Warum bin ich eine Affäre?

Warum bin ich eine Affäre?

Ich würde mich niemals in eine Partnerschaft einmischen und schon gar nicht eine Affäre werden. Viele haben das schon einmal gedacht und sind sich sicher, dass es niemals passieren würde. Doch weit verfehlt. Ganz schnell kann es passieren, dass man aus welchen Gründen auch immer jemanden kennenlernt. Sei es beim Einkaufen, beim Sport oder bei einer Veranstaltung. Bei dem einem schlägt es ein wie ein Blitz, ein anderer versucht die Gefühle zu unterbinden, der andere will schnell den Kontakt abbrechen, aber die Person geht einem nicht mehr aus dem Kopf, oder man weiß gar nicht mit seinen Gefühlen umzugehen. Viele von uns haben dies schon erlebt oder sind mittendrin. Sie lernen jemanden kennen, verbringen schöne Stunden miteinander, aber es stellt sich heraus, dass die Person noch in einer Partnerschaft ist.

Steht man am Anfang einer Affäre gehen einem viele Dinge durch den Kopf. War es eine einmalige Sache, kann oder möchte ich eine Affäre, wann meldet er sich wieder, wird er sich trennen, will er nur die Sexualität mit mir, wie geht es weiter?

Und schon steckt man mitten drin. Man freut sich, wenn man eine Nachricht erhält, nimmt sich Zeit für die Person wenn sie sich freinehmen kann, steht also auf Abruf bereit. Und somit beginnt der Teufelskreis. Man macht sich immer mehr abhängig, hält sich an einem seidenen Faden fest in der Hoffnung, dass die Person sich von seinem Partner trennt. Aber wieso geht man in so eine Abhängigkeit?

Natürlich spielen die Gefühle eine sehr große Rolle. Man entwickelt eine Liebe zu dem Menschen und möchte ihn nicht mehr missen. Aber sehr schnell kann aus dieser Liebe, Eifersucht, Neid oder sogar Hass werden (das Beste wäre die Gefühle so gering zu halten wie es geht, was natürlich eines der schwierigsten Aufgaben ist, aber so können Sie sich vor Verletzungen schützen).

Eifersucht auf den Partner mit dem/die der HM/HF zusammenlebt, Neid, das er bei ihr/ihm ist oder sogar Wut, dass der HM/HF nicht bei einem selbst ist. Warum aber reagieren wir so, was erwarten wir uns oder warum begeben wir uns in diese Abhängigkeit.

  • Ist es die Angst ganz alleine zu sein und zumindest zu wissen, dass da noch wer ist?
  • Ist es mangelndes Selbstvertrauen. Ich finde sonst niemand anderen?
  • Ist es das man gar keine feste Beziehung haben möchte und nur ab und an Spaß?
  • Oder eine Art Selbstschutz um nicht zu viel von sich preisgeben zu müssen?

Es gibt verschiedene Varianten warum man zu einer Affäre wird, aber man sollte zumindest immer sein eigenes Leben weiterleben. Oder meinen Sie, das der HM/HF das bei sich zu Hause nicht tut. Oft leben diese Personen ein Doppelleben, zu Hause der umsorgende Ehemann/Ehefrau der/die alles für die Familie tut. Es steht die Angst immer im Hintergrund alles zu verlieren. Angst, alles was im Laufe der Jahre aufgebaut wurde aufzugeben, die Kinder zu verlieren oder auch die finanzielle Lage. Wir alle wissen dass eine Scheidung viel Geld heutzutage kostet. Viele wollen das gar nicht aufgeben und suchen nur das kleine Abenteuer.

Natürlich ist es nicht immer so, aber leider sehr häufig. Wenige trennen sich tatsächlich von der/dem Ehefrau/Ehemann um in eine neue Partnerschaft zu gehen.

Auch ist es so, dass die wenigen Stunden die man zusammen verbringt gar nicht den Alltag zeigen. Die paar Stunden die man miteinander hat macht man es sich schön. Es wird gelacht, man kann sich ein Stück fallen lassen und verlebt einige schöne Stunden. Muss der HM/HF wieder gehen, ist man traurig und zehrt an den letzten Stunden. Aber wie ist der Mensch eigentlich wenn man mit ihm 24 Stunden verbringt?

  • Wird dann auch noch so viel gelacht?
  • Unternimmt man dann auch noch so viel miteinander?
  • Wird die Sexualität so bleiben?
  • Wird man dann auch weiterhin mit kleinen Präsenten beschenkt?

Diese Frage stellen sich die wenigsten. Warum auch? Man kennt es ja gar nicht anders. Aber genau da sollte man ansetzen, setzt man die Rosarote Brille ab kann die Welt leider schon wieder ganz anders aussehen. Stellen Sie sich mal die Fragen wie:

  • Was ist wenn Sie mit ihm/ihr in einer Partnerschaft sind und er/sie später Heim kommt?
  • Unterstützt er/sie Sie im Alltäglichen Leben?
  • Ist er/sie für Ihre Kinder da?
  • Wird er/sie Sie auch betrügen und belügen?

Also überlegen Sie immer gleich was Sie persönlich wollen bevor es zu spät ist. Denn sind Sie erst einmal in diesem Kreislauf der Affäre drin, ist es sehr schwer wieder daraus zu kommen. Oft wird sich etwas schön geredet, was nicht schön ist, man verfällt immer mehr im Kummer, hat keine Lust mehr etwas zu unternehmen, vernachlässigt seinen Freundeskreis, kann fast niemanden davon erzählen und vereinsamt. Natürlich ist es nicht bei allen so, aber oftmals geht es in diese Richtung.

Nicht ohne Grund habe ich dieses Thema gewählt, das ist das meist gefragteste Thema im Bereich Liebe. Was ich jedem der in solch einer Situation steckt empfehlen möchte ist, dass man sich selbst nicht hinten anstellt. Leben Sie Ihr Leben weiter, stehen Sie nicht auf Abruf bereit, machen Sie sich nicht abhängig, denn auch Sie sollten Ihr Leben leben, wie der/die andere auch. Warum sollen immer nur Sie auf Abruf bereit sein? Soll sich der andere doch auch mal Zeit für Sie nehmen, dann muss er/sie mal etwas einfallen lassen um Sie zu sehen, wenn ihm/ihr etwas an Ihnen liegt. Lassen Sie es nicht einseitig werden, wenn er/sie wirklich Interesse hat mit Ihnen eine Zukunft aufzubauen wird er/sie sich bemühen Sie zu sehen, mit Ihnen etwas zu Unternehmen und wird von sich aus über Zukunftsperspektiven sprechen. Dann haben Sie eine wirkliche Chance mit dem HM/HF in eine Partnerschaft zu gehen.

Ihre Tanja Schäfer von TAROTPOLIS.de

Kommentare

Von a**** am 22.01.2015

Sehr interessanter Artikel -- auch für Nchtbetroffene !

Von m**** am 16.01.2015

Liebe Tanja, du hast einiges wunderbar getroffen. Es ist ein zeitweise langer Lernprozess, für sich selbst aber auch für den Partner der "gebunden" ist. Oft wollen gerade Männer/Frauen ihrem Ehealltag einen neuen Kick verleihen. Flirten. Gehen Schritt für Schritt weiter ohne den Abgrund zu sehen, oder sehen zu wollen auf den sie zusteuern. Aber oft braucht es gerade diese Umleitung im Leben, das "herausholen" von Gefühlen ans Licht, das benennen der Unzufriedenheiten, in der Kompensation eines neuen Partners, um sich klar zu machen, wo man eigentlich selbst steht. Entweder geht man aus welchen Gefühlen auch immer, zurück und ist dankbar für das was man hat. Oder man geht vorwärts, besinnt sich auf sein eigenes Leben im Egoismus, verliert oder gewinnt. Wir haben nur dieses eine Leben! Also leben wir es. Übrig bleibt auf beiden Seiten die Chance, durch Schmerz und Liebe ein Stück vorwärts zu gehen, ins eigene Licht.lg Anita

Von n**** am 15.01.2015

Liebe Tanja,den Artikel hast du sehr gut und sehr treffend geschrieben. Ich war selbst vor Jahren ungewollt in so einer Lage, von daher weiß ich welche Höhen und Tiefen man durchlebt. Ich gebe dir absolut recht, man darf sich nicht hinten anstellen!!! Eine solche Situation ist für keinen der drei Personen einfach und gegen Gefühle gibts kein Mittel, auch wenn man noch so sehr versucht dagegen anzukämpfen. LG Nic


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